"Übung macht den Meister" - und die Meisterin

  Neben den Allgemeinen Übetipps (unter 1.) finden SIe auch eine "Erste-Hilfe-Box" (unter 2.), falls Ihr Kind einmal unter akuter bzw. chronischer Übe-Unlust leiden sollte.

 

1. Richtig Üben – gewusst wie

Sie fragen sich jetzt vielleicht: Gibt es „richtiges“ und „falsches“ Üben überhaupt? Unter „falschem“ Üben verstehen wir geistlose Dressurübungen am Instrument, die viel Zeit (und Freude/Motivation) kosten und wenig Lernzuwachs bringen. Hier finden Sie einige grundsätzliche Tipps zum effektiven (= “richtigen“) Üben auf dem Instrument (die sich mitunter teilweise auch in anderen Bereichen anwenden lassen…).

 

Warum überhaupt „üben“?

Üben

stellt die Vertrautheit mit dem Instrument her,

trainiert Bewegungsabläufe und das Gehirn,

ist die Grundbedingung für Erfolg und Lernzuwachs.

 

Wo?

Notenständer, Noten und Instrument sollten griffbereit, der Raum hell und gut gelüftet sein. Ihr Kind wird motivierter üben, wenn es ohne großen Aufwand beginnen kann (z.B. als Auflockerung beim Lernen für die anderen Fächer/den HA).

Vermeiden Sie störende Einflüsse (wie z.B. Radio, Fernseher, ablenkende Geschwister/Freunde, Telefonanrufe etc.), denn nach unfreiwilligen Unterbrechungen fällt es jedem Kind schwer, sich wieder zu konzentrieren.

 

Wann?

Bauen Sie die Übezeit so in den Tagesrhythmus ein, dass sich eine feste (Übe-)Gewohnheit entwickeln kann, das Üben ein Mosaikstein im Alltag wird.

Berücksichtigen Sie bitte dabei das Temperament Ihres Kindes und seine Gewohnheiten, für jedes Kind gelten unterschiedliche Optimalzeiten im Tagesplan.

 

Wie oft? Wie lange?

Lieber mehrfach kurz im Tagesverlauf als einmal sehr lang.

Zu Anfang reichen 3-5 Minuten täglich, mit wachsender Kondition kann man die Zeit auf insgesamt 10-15 Minuten täglich steigern.

Bitte täglich Üben (ggf. einen Pausentag genehmigen, wenn der Schultag sehr lang ist oder ein Wochenendausflug ansteht). Nur die häufige (= tägliche) Wiederholung bringt den Lernzuwachs, wie die Hirnforschung bereits seit langem erwiesen hat.

Also bitte nicht an zwei Tagen der Woche lange (und quälende) Übesitzungen veranstalten, um das versäumte Üben aufzuholen. Damit verderben Sie Ihrem Kind „erfolgreich“ die Lust am Musizieren – und der Lernzuwachs ist gering (siehe auch „falsches“ Üben)

In den Ferien sollte auch das Instrument einmal „ausspannen“, aber nicht zu lange. Für die Ferien gibt es meist Stücke als Hausaufgaben, die in einem Teil der Ferienzeit bequem erarbeitet werden können. (Sommerferien: 3 Wochen Pause, 3 Wochen „sanfte“ Übezeit; andere Ferien: eine Woche „ohne“, eine Woche – vor Schulstart – „mit“)

 

Wie helfen?

Sie sollten zuhören, zum Vorspiel ermuntern (Familienfeiern!), loben, Anerkennung zeigen. Zu Beginn zählt für Ihr Kind alles: Jeder Ton, jede Beschäftigung mit dem Instrument bringt es weiter.

Gelegentlich haben Kinder keine Lust, mit dem Üben zu beginnen – wenn sie erst einmal begonnen haben, macht ihnen das Spielen aber meist Spaß. Hier ist Ihr Geschick gefragt („Beim letzten Mal hat es (schon) so schön geklungen!“, „Ich würde gern noch einmal das Lied hören.“, „Jetzt fang doch erst einmal an!“, „Wollen wir zusammen spielen? Ich klatsche/singe dazu.“, „Wenn du nicht spielst, probiere ich es. Ich bin bestimmt viel besser als du. Zeig mir doch gerade noch mal wie das geht.“)

 

Ohne Fleiß kein Preis

Begabung spielt bei dem Erlernen eines Instrumentes sicherlich auch eine Rolle, wird aber im Musik-Bereich von Laien oft überschätzt – und auch gern als Ausrede genommen, wenn’s nicht so klappt, weil man zu wenig übt…

Wenn nach der anfänglichen Begeisterung für das Instrument nach einigen Wochen die große Lust Ihres Kindes etwas zurückgeht: Machen Sie sich keine Sorgen!

Das ist ein Signal dafür, dass für Ihr Kind auch in diesem Bereich der schulische Alltag einkehrt. Es handelt sich also nicht um ein „Formtief“, sondern eine normale Entwicklung. Wichtig ist es jetzt, ihrem Kind zu vermitteln, dass es im Instrumentalunterricht ähnlich zugeht wie in anderen Fächern:

  1. Man muss regelmäßig etwas tun – die Lust kommt meist durch das regelmäßige Üben und die damit verbundenen Fortschritte recht schnell wieder.
  2. Ähnlich wie Mathematik, Geschichte, Deutsch oder andere Schulfächer kann man den Instrumentalunterricht nicht abwählen und es gibt auch hier Zensuren – die sich durch etwas Fleiß („Dranbleiben“) positiv beeinflussen lassen.

 

 

2. Erste-Hilfe-Box: Hilfe, mein Kind hat absolut keine Lust mehr!

Wenn Sie diesen Eindruck über einen Zeitraum haben, der länger als 2-3 Wochen andauert, rufen Sie mich bitte an.

Hier sind einige Notfalltipps, mit denen Sie den vermeintlichen Teufelskreis aus Unlust am Üben und Verschlechterung der Leistung schnell und effektiv durchbrechen können:

- Lesen Sie zusammen mit Ihrem Kind noch einmal die grundsätzlichen Tipps zum Üben und überlegen Sie gemeinsam, ob bzw. wie Sie diese realisieren.

- Übe-Protokoll: Lassen Sie ihr Kind über zwei Wochen genau notieren, wie lange es täglich übt und was. Ermuntern Sie Ihr Kind ausdrücklich, diese Übersicht ernst zu nehmen (d.h. auch wirklich auf dem Instrument zu spielen und dieses einzutragen). Erfahrungsgemäß stellt sich mit dieser Methode schnell ein Erfolgserlebnis ein. Meist macht Ihr Kind bereits nach der ersten Woche die Erfahrung, dass es im Instrumentalunterricht eine positive Rückmeldung bekommt.

- Motivieren Sie Ihr Kind durch ein Belohnungssystem (z.B. für 5x erfolgreiches Üben eine kleinere, für 10x Üben eine größere Belohnung). Das sollte allerdings keine „Dauereinrichtung“ werden, sondern lediglich aus Krisen heraushelfen.

Der folgende Text gibt weitere Tipps und ist - stark gekürzt - entnommen aus „Leben für Musik“ von Prof. Hans-Günther Bastian, der als Musiklehrender und Vater zum Üben Folgendes meint:

"Sehr geehrte Eltern,

haben Sie Probleme mit dem täglichen Üben Ihrer Kinder? Leiden Sie unter Dauer-Druck wiederholter Anmahnungen? Wird das unzureichende und lustlose Üben Ihrer Kinder zu einem chronischen Erziehungskonflikt? Dann sind Sie bei uns an der richtigen Adresse. Wir wissen Rat und helfen Ihnen weiter.(…)

- Nehmen Sie sich Zeit (und davon haben wir in dieser Freizeitgesellschaft doch mehr als genug), dem Kind beim Üben zuzuhören, es zu loben, zu ermuntern, einfach da zu sein! Diese Zeitinvestition wird ihre Ohren und Nerven schonen.(…)

- Überlassen Sie nicht allein dem Ehepartner das Ritual (Einrichtung, Kontrolle, Gestaltung) des täglichen Übens. Ihr Kind spielt auch Ihnen zuliebe! Ob Sie es das spüren lassen?

- Sorgen Sie für möglichst viele Vorspieltermine, die das Kind zum Üben anregen…vorausgesetzt Ihr Kind verspürt einen Trend zur Bühne. (…)

- Strafen Sie Übe-Unlust nicht mit Fernsehverbot, mit reduzierten Freundeskontakten, mit Fußballsperre oder sonstigen „typischen“ Erzieherideen. Ihr Kind wird dadurch weder sein Instrument noch die Musik lieben lernen. (…)

Herzliche Grüße

Ihr Autor als Vater übe-lustiger und –unlustiger Kinder"



 

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