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KIWI-Projekt am SGS macht die Runde

 

Das SGS stärkt weiter die Willkommenskultur. Dazu haben die FAIRmittler des Städtischen Gymnasiums Steinheim einen Projekttag zur Integrationsförderung organisiert. Eingeladen waren am Donnerstag, dem 1. 2. 2018, zwei Referenten aus Bonn, Lasse Paetz und Ahmad Alziedan, von CARE Deutschland-Luxemburg e.V., die das KIWI-Projekt vorgestellt haben.

 

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KIWI heißt „Kinder und Jugendliche willkommen“ und ist ein Pilotprojekt von CARE als ganzheitliches Qualifizierungsprogramm zur Förderung der Integrationsfähigkeit. Gleichzeitig dient es der Stärkung der Integrationskultur der Institution Schule als Träger der Willkommens- und Integrationsklassen. Maria Behler, die Leiterin des FAIRmittlerteams, hat dieses Projekt für das SGS initiiert.

Auch das SGS fördert die Eingliederung der Integrationsschülerinnen und Schüler. Es gibt eine spezielle Integrationsklasse, deren Schülerinnen und Schüler mittlerweile auch am Regelunterricht in verschiedenen Klassen teilnehmen. Das SGS engagiert sich weiterhin auf diesem Gebiet, weil eine gelingende Integration immer noch eine Herausforderung und auch für die Schulen eine anspruchsvolle Aufgabe ist.

Insbesondere in den Klassen der Erprobungsstufe engagieren sich die FAIRmittler als Paten der neuen Klassen und organisieren als Patenaktionen Spiele- und Sportnachmittage sowie jeweils am Anfang des Schuljahres den FAIRPLAYDAY mit Themen rund ums Kennenlernen und Ankommen in der neuen Schule. Die FAIRmittler waren daher genau die richtige Zielgruppe für diese Schulung: Sie können ihr neues Wissen an Schülerinnen und Schüler des SGS weitergeben, damit diese sensibel und offen mit ihren Mitschülern mit Flucht-/ Migrationshintergrund umgehen können.

Am Workshop teilgenommen haben 30 FAIRmittler. Inhaltlich ging es am Projekttag um das Thema „Flucht“, insbesondere um die Darstellungen des Themas in den Medien. Die Vermittlung von Grundwerten, der Vergleich von Wertesystemen und die Förderung einer gemeinsamen Wertebasis mit Informationen zu „Werten im (Sunna) Islam“ waren ebenfalls Bestandteil des Workshops. Der dritte Schwerpunkt lag in einer Sensibilisierung zum Thema „Flucht und Trauma“.


Aus ihrem Leitfaden für Integrationsklassen und –gruppen stellten die Referenten Übungen vor, die die FAIRmittler künftig auch mit anderen Schülergruppen durchführen können. In der Einheit „Die Welt in Stühlen“ wurde z. B. die Verteilung der Weltbevölkerung, die Verteilung von Reichtum und die weltweite Anzahl der Geflüchteten mit der Verteilung der Projektteilnehmer, bzw. der vorhandenen Stühle sehr anschaulich dargestellt. Im Zusammenhang mit Vorurteilen überprüften die Teilnehmer eigene Einschätzungen und vorhandene „Klischees“. Das Bild des Kultureisbergs verdeutlichte gut die Grauzone des Nichtwissens über fremde Kulturen. Ein Großteil der Kultur wie Werte, Identität, Religion, Glauben und Geschlechterrollen bleiben verborgen – viel Raum für Vorurteile.

Die individuellen Fluchtgeschichten hinterließen bei allen Teilnehmern besonderen Eindruck, insbesondere die Erfahrungen des Projektleiters Ahmad Alziedan aus Syrien. Beim Ausfüllen eines Asylantrags in für sie fremden Sprachen erfuhren die FAIRmittler hautnah die Sprachbarrieren und die Bürokratie, mit denen Asylsuchende zu kämpfen haben.

Schülerstimmen

Kirstin Multhaup (Q1): „Durch das KIWI-Projekt hat man noch einmal einen besseren Blick auf das bekommen, was manche Flüchtlinge auf der Reise zu uns erleben mussten. Außerdem waren die „Projekte“, die wir kennen gelernt haben, sehr interessant und haben auch Spaß gemacht.“

Inga Düsterhöft (Q1): „Besonders gefallen hat mir die Art „Rollenspiel“, bei dem wir die Aufgabe bekommen haben, den vor uns liegenden Zettel auszufüllen. Beim Umdrehen des Zettels wurde schnell klar, wie es den Asylanten und geflüchteten Kindern in der Schule gehen muss. Es handelte sich um einen Antrag auf Asyl, der neun Fragen in unterschiedlichen Sprachen beinhaltete. In dem Moment habe ich (und wir alle) das erste Mal gespürt, wie es sich wirklich Tag für Tag für die Geflüchteten anfühlen muss – es war ein Gefühl des Fremdseins.“

Anonym (Q1): „Der Tag hat mir gut gefallen, da das Projekt sehr aufschlussreich war. Man hat den Eindruck gewinnen können, wie sich Flüchtlinge in einem fremden Land fühlen. Die „Spiele“, die wir gespielt haben, haben die ganze Theorie sehr gut veranschaulicht und dabei auch noch für Spaß gesorgt.“

 

(Text und Fotos: Vol)