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Ungarnaustausch 2017-2018: Gruppenfoto vor Schloss Gödöllö, dem ungarischen Lieblingsort der Kaiserin Sisi

 

1. Ausblick:

 

Das Städtische Gymnasium Steinheim bekommt Besuch aus Ungarn. Die ungarische Gruppe kommt am Dienstag, dem 1.Mai 2018, mit 22 Schülern nach Steinheim. Natürlich hat jeder ungarische Schüler einen deutschen Partner, mit dem er eine Woche zusammenlebt. Die Schülerinnen und Schüler kennen sich schon aus dem Hinbesuch im September 2017. Außer am Wochenende gibt es täglich gemeinsame Aktivitäten. Drei besondere Ausflüge werden gemacht mit den Zielen erstens Adlerwarte Berlebeck und Stadtbesichtigung Detmold, zweitens Hannover mit dem 360°-Panorama im Zoo, das die Entstehung des Regenwaldes zeigt, und drittens Hameln, wo die ungarischen Schüler die Geschichte des Rattenfängers kennen lernen können.

 

 

2. Rückblick auf den   Aufenthalt in Ungarn im September 2017

 

Die Schülerin Lotta Beckmann (EF) berichtet über den Ungarnaustausch 2017/18:

 

Am 27. September 2017 war es endlich soweit! Die 23 Schüler des Städtischen Gymnasiums Steinheim aus den Jahrgangsstufen 8, 9 und EF konnten es kaum erwarten und erschienen alle pünktlich um 18 Uhr am Bahnhof in Steinheim, wo der ungarische Bus schon parat stand. Als dann auch die Begleitpersonen Frau Zabel-Groth, Herr Sandbote und Frau Reinemann ankamen, natürlich mit dem kleinen Hund Carlo dabei, hieß es für alle Abschied nehmen, was den Eltern meistens schwerer fiel als den Kindern. Nach vielen schlaflosen Stunden überquerten wir endlich die ungarische Grenze. Bei allen Schülern stieg die Aufregung, denn wir hatten nur noch drei Stunden Fahrt vor uns.

 

Nach der Ankunft in Szigetszentmiklòs gab es eine kleine Stärkung in der Mensa der Schule. Dann trafen alle Schüler erstmalig auf ihre Austauschpartner. Mit gemischten, aber guten Gefühlen fuhren wir danach in unsere Gastfamilien. Am Nachmittag gab es kein offizielles Programm. Deshalb trafen sich die meisten Schüler am Kéktò, einem stillgelegten See in Szigetszentmiklós. Hier fanden fast jeden Abend gemeinsame Treffen statt.

 

Mehr oder weniger ausgeschlafen machte sich dann die deutsche Truppe am Freitagmorgen auf den Weg zum Rathaus der Stadt. Nach einer herzlichen Begrüßung durch den Bürgermeister und einem kurzen Infofilm über Szigetszentmiklós durften wir endlich die lecker angerichteten Gebäckteilchen essen. Wir waren uns alle sofort einig, ungarisches Essen ist der Wahnsinn!

 

Danach machten wir eine Stadtrallye durch Szigetszentmiklós mit unseren Austauschpartnern. Am Nachmittag sind wir alle nach Szigethalom in den Emese Park gefahren. Der Emese Park ist eine Mittelalterausstellung, in der Bogenschießen und mittelalterliches Bootfahren sowie eigene Kerzenherstellung angeboten werden. Nach diesem ereignisreichen Tag sind alle Schüler gegen 16:00 Uhr in die Gastfamilien gegangen. Das Wochenende nutzten wir, um mit den Gastfamilien und anderen Schülern etwas Schönes zu unternehmen.

 

Nach diesem erfolgreichen Wochenende fuhren wir am Montag nach Budapest bei schönstem Wetter. Natürlich freuten sich alle riesig auf die Hauptstadt! Endlich nach einer Stunde Fahrt kamen wir im Burgviertel von Budapest an. Dort hatten wir eine Stunde, um alles zu erkunden und Fotos zu schießen. Alle waren beeindruckt von der Schönheit dieses Viertels und niemand wollte es so schnell verlassen. Trotzdem ging es für alle weiter zum „Krankenhaus in den Felsen“. Wie der Name des Museums schon sagt, ist es ein altes Krankenhaus aus dem zweiten Weltkrieg, das in den Felsen unterhalb des Burgviertels liegt und auch zu Zeiten des „Kalten Krieges“ als Schutzbunker genutzt wurde. Das Museum war auch für uns Jugendliche sehr interessant und anschaulich und lebensecht mit Wachsfiguren gestaltet. Nach der Führung sind wir gemeinsam zu den Markthallen in der „Váci-utca“, der Haupteinkaufsstraße von Budapest, gefahren.

 

Am Dienstagmorgen wurde der Traum aller Mädchen wahr, denn wir fuhren nach Gödöllö, um das Schloss zu besichtigen, in dem Kaiserin Sisi einen Teil ihres Lebens verbracht hat. Nach einem kurzen Spaziergang im königlichen Schlossgarten bekamen wir eine Führung durch das Schloss, das im prunkvollen Barockstil gebaut und eingerichtet ist. Anschließend hatten wir einen Fototermin vor dem Schloss. Unsere freie Zeit verbrachten wir nachmittags in einem Mega-Einkaufscenter, um auch Souvenirs für die Liebsten zu Hause zu kaufen.

 

Am Mittwochmorgen hieß es für die ganze Truppe: Sport! Von Fußball über Volleyball bis zu Basketball haben wir alles gespielt. In den Länderduellen haben wir Deutschen überlegen im Fußball gewonnen, doch im Basketball waren die ungarischen Schüler unschlagbar. Den Mittag verbrachten wieder alle Schüler mit ihren Austauschpartnern. Abends um 18:00 Uhr trafen sich alle an der Schule. Eigentlich ein Albtraum jedes Schülers, am Abend in die Schule zu müssen, aber uns erwartete ein richtig cooles Abendprogramm. Budapest by night! Der Ausblick vom Gellertberg mit der Freiheitsstatue Szabadság-szobor auf das beleuchtete Budapest war grandios. Auch die anschließende Stadtrundfahrt war einmalig.

 

Am Donnerstag durften wir dann für zwei Stunden in den ungarischen Unterricht reinschnuppern. An diesem Tag erschienen alle Schüler schwarz-weiß gekleidet in der Schule, um die ungarischen Helden zu ehren aus Anlass des nationalen Feiertages. Wir wohnten dieser Zeremonie bei. Die nächsten zwei Stunden bis 13:00 Uhr haben wir zusammen im Bowlingcafé verbracht. Die Stimmung war gut, doch die Gefühle gemischt, denn jeder wusste, dass heute der Tag der Abfahrt war. Um 17:00 Uhr trafen sich alle mit gepackten Koffern und tränenden Augen an der Schule. Der Bus stand schon parat, doch niemand wollte einsteigen. Der Abschied fiel jedem schwer und es flossen viele Tränen an diesem Abend. Mit Mühe und Not bekam Herr Sandbote uns in den Bus.

 

Auf der Heimfahrt erzählten alle ausgiebig über ihre Erlebnisse. Allen war bewusst, dass wir nicht nur eine Austauschgruppe waren, sondern zu richtigen Freunden zusammen- gewachsen sind und noch doppelt so viele Freunde dazugekommen sind. Wir freuen uns alle auf das große Wiedersehen im Mai 2018, wenn die ungarischen Schüler nach Deutschland kommen werden. Nach 15 Stunden anstrengender Fahrt konnten uns unsere Eltern wohlbehalten in ihre Arme schließen.

 

Wir danken Frau Zabel-Groth und Herrn Sandbote, die uns diese unvergessliche Reise ermöglicht und uns außerdem mit sehr starken Nerven ausgehalten haben. Außerdem danken wir auch Frau Reinemann, die als weitere Begleitperson einen Superjob gemacht hat.“

 

Text: Werner Sandbote, Lotta Beckmann - Foto: Fàbian Gyùri, Lehrer an der Kardos-Schule