Keine Termine

Besuch Jugendoffizier

                                          

Die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe Q2 des Gymnasiums in Steinheim haben Besuch bekommen vom Augustdorfer Jugendoffizier der Bundeswehr, Herrn Johannes Potthoff. Dieser hat sich die Zeit genommen, zum Thema aktuelle Sicherheitspolitik den Schülerinnen und Schülern ausführlich Rede und Antwort zu stehen und aufzuzeigen, wieso das Thema Sicherheit einen enorm wichtigen Bereich in der Arbeit der Bundeswehr darstellt.

Die anregende Einstiegsfrage lautete: „Was ist Sicherheit?“. Die Äußerungen der Schülerinnen und Schüler hierzu zeigten auf, dass der Begriff Sicherheit auf sehr vielfältige Weise verstanden werden kann. Es geht nicht nur um die Abwesenheit von Krieg, wie der Begriff oft militärisch verstanden wird, sondern auch um viel alltäglichere Dinge wie Familie, Freunde, ein Haus, eine Arbeit und Geld. „Sicherheit ist ein multidimensionaler Begriff“ erklärte Jugendoffizier Potthoff. Einen erschreckenden Rückblick auf die Zeit des Kalten Krieges führte Potthoff daraufhin an. „Zur Zeit des Kalten Krieges haben die Schülerinnen und Schülern auf die gleiche Frage ganz anders geantwortet, als unsere Schülerinnen und Schüler heute. Ein möglicher dritter Weltkrieg mit der Möglichkeit des Einsatzes von Atomwaffen ist damals allgegenwärtig gewesen und schürte auch in der jungen Bevölkerung die Angst.“ Dass es im November 1989 zum Fall der Mauer gekommen ist, vor mittlerweile 25 Jahren, ist ein großes Glück für die Sicherheit der Menschen gewesen. Hier spielte Deutschland, oder vielmehr Berlin, eine entscheidende Rolle – immerhin lag hier die Trennlinie zwischen den Großmächten UdSSR und den USA.

Einen dritten Weltkrieg brauchen wir aktuell nicht zu befürchten. Herr Potthoff zeigte mit unterschiedlich gestalteten Weltkriegen anschaulich auf, wo gerade die Konfliktherde liegen und was mögliche Ursachen hierfür sein können.

Die Karten, die nach verschiedenen Maßstäben eine Gewichtung der Welt aufzeigten, führten den Schülerinnen und Schülern vor Augen, dass es immer auch einen Zusammenhang von Konflikten und Armut gibt. „Wo Armut herrscht, hat Krieg eine höhere Wahrscheinlichkeit auszubrechen“ so Potthoff.

Beispielhaft wurden einige Konflikte herausgepickt und Herr Potthoff erklärte fesselnd für die Schülerinnen und Schüler wie diese Konflikte heute von statten gehen und wie sich der Einsatz von Waffen in den letzten Jahrzehnten verändert hat. Er machte deutlich, dass die Bundeswehr als Bündnisspartner immer wieder in Konfliktregionen agiert, um die Lebensbedingungen der Menschen dort zu verbessern, allerdings sollte ein Bundeswehreinsatz eher die letzte Möglichkeit des Handelns darstellen, da es für alle Seiten besser ist, wenn sich ein Land selbst helfen kann und es möglichst gar nicht erst zu eskalierenden Konflikten kommt.

Ein Beispiel, was die Probleme unserer Zeit zeigt, ist Lampedusa, eine Insel vor Italien. Hier stranden bei gutem Wetter täglich hunderte Menschen, die aus ihrem Heimatland Afrika vor Krieg, Hunger und den schlechten Lebensbedingungen geflüchtet sind und sich in Europa ein besseres Leben erhoffen.

„Diese Menschen setzen alles auf eine Karte. Sie verschulden sich und ihre Familien hoch, um eins der begehrten Tickets in ein neues Leben zu bekommen“ gibt Herr Potthoff zu bedenken. Die Fragen, die wir uns hier stellen müssen sollte aber nicht an erster Stelle sein, was wir mit den Flüchtlingen machen können, sondern wie es uns gelingen kann, die Bedingungen in dem Heimatland so zu verbessern, dass eine Flucht nicht mehr der letzte Ausweg ist.

Herr Potthoff zeigte zum Ende seines Vortrages noch die neuen Dimensionen von Krieg auf. Diesen Krieg kann man heute oft gar nicht mehr sehen – es handelt sich um einen Cyberkrieg, der über das Internet ausgetragen wird. Geheime Daten sind nicht mehr geheim, Menschen gelingt es an brisante Informationen zu gelangen und damit andere Menschen und Regierungen zu erpressen. Eine neue Art der Sicherheitsbedrohung.

Die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangstufe Q2 der Sozialwissenschaftskurse von Herrn Lanz und Frau Hartmann haben die Gelegenheit bekommen das bereits erarbeitete Unterrichtswissen aufzufrischen und aus einer anderen Perspektive zu erfahren, welche Sicherheitsfragen die deutsche Bundeswehr aktuell zu lösen hat und wo die Herausforderungen der Zukunft liegen werden. Diesen spannenden Vortrag werden sie sicherlich noch lange im Gedächtnis behalten und er bietet hoffentlich auch eine Unterstützung zum erfolgreichen Bestehen des Abiturs im nächsten Jahr.

(Text und Bild: Hart)