Keine Termine
plakat - Als der Krieg  2  

Das Städtische Gymnasium Steinheim lädt zum traditionellen Theaterabend der Literaturkurse 2015 ein, an dem die beiden Literaturkurse der Q1 die in den Kursen inszenierten Theaterstücke aufführen. Dieses Mal steht er im Zeichen des Gedenkjahres zum Ende des zweiten Weltkrieges vor 70 Jahren und zum Ende der deutschen Teilung vor 25 Jahren. Am Freitag, dem 29. Mai 2015, um 19:30 Uhr zeigt der Literaturkurs 2 in der Aula des Schulzentrums Steinheim das Drama „Als der Krieg zu Ende war“ von Max Frisch.

Am Dienstag, dem 2. Juni 2015, findet dort um 19:00 Uhr der Theaterabend beider Literaturkurse mit den Stücken "Gegen alle Grenzen" und "Als der Krieg zu Ende war" statt. Alle interessierten Zuschauer sind herzlich zu diesen besonderen Abenden eingeladen, an denen Sie eine oder sogar zwei spannende Aufführungen zur deutschen Geschichte erwarten. Für das leibliche Wohl wird an diesem Abend gesorgt.

Am Theaterabend spielt zunächst der Literaturkurs 1, geleitet von Frau Schädlich, das Stück „Gegen alle Grenzen“ über eine Liebe in der Zeit der deutschen Teilung bis zum Mauerfall 1989. Unter anderem wird mit Nachrichtentexten der Einfluss der großen Politik und des Ost-West-Konfliktes auf diese Beziehung im Kleinen gezeigt. Das Stück spielt im Jahr 1982 und handelt von der 17-jährigen Merle aus West-Berlin. Als Merle aufgrund der Beerdigung ihrer Großmutter nach Ost-Berlin reist, lernt sie den rebellischen Punk Ronny, Frontsänger einer Band, kennen und lieben. Jedoch steht die Beziehung der beiden unter keinem guten Stern, da die Stasi die Punkband bereits im Visier hat. Durch das Zuschlagen der Staatsmacht, die die Punks immer wieder verhaftet, beginnt ein dramatischer Kampf um die unmögliche Liebe von Ronny und Merle.

Der Literaturkurs 2 unter der Leitung von Herrn Volmer zeigt anschließend das Drama „Als der Krieg zu Ende war“ des Schweizer Dramatikers Max Frisch. Das Stück handelt von einer tatsächlichen Begebenheit aus dem Deutschland der Nachkriegszeit, die dem Autor berichtet worden war, einer Liebesbeziehung zwischen einem russischen Obersten und einer deutschen Frau, und spielt im Mai 1945 in Berlin. Hitler ist tot, der Krieg ist aus, die Häuser der Stadt sind zerstört. Im Keller ihres Hauses verstecken sich Agnes Anders, ihr Mann Horst und eine Bekannte namens Gitta. Das Haus ist von der Roten Armee besetzt, die sich in den heil gebliebenen Zimmern einquartiert haben und ihren Sieg feiern. Sie alle haben Angst vor der Roten Armee. Jehuda Karp, ein jüdischer Soldat aus Warschau, entdeckt Agnes. Um ihren Mann zu schützen, macht sie sich nicht hässlich, sondern geht in einem Abendkleid nach oben. Mit ihrem selbstbewussten Auftreten beeindruckt sie Oberst Iwanow und so beginnt eine ungewöhnliche Liebesgeschichte, nicht nur, weil sie sich sprachlich nicht verständigen können. Agnes erzählt ihrem Mann Horst nichts davon, leidet aber darunter, dass ihn anlügen muss, um ihn zu schützen. Horst selbst wird schließlich von seiner Vergangenheit eingeholt. Wie werden die sowjetischen Soldaten darauf reagieren, immerhin Besatzer der Siegermacht?

Mit dem Stück, der schicksalhaften Begegnung von Deutschen, Russen und Juden, behandelt Max Frisch die Thematik von Menschlichkeit und Unmenschlichkeit, die man an keiner Nationalität festmachen kann. Es ist ein Schauspiel über die Liebe, die die Angst überwindet und vielleicht gerade deshalb entstehen kann, weil niemand die Sprache des anderen versteht – eine authentische Geschichte, aber die Geschichte einer Ausnahme. Das Stück wird ergänzt durch lokale Bezüge. In einigen zusätzlichen Szenen, die ebenfalls nach realen Geschehnissen aus der Buchdokumentation von Hans Boelte „Der Kreis Höxter in jenen Tagen“ verfasst wurden, zeigen die Mitwirkenden, wie die Bevölkerung in Steinheim und Umgebung das Ende des zweiten Weltkrieges erlebt hat. Der Eintritt ist an beiden Abenden frei. Die Mitwirkenden der Literaturkurse freuen sich über eine Spende zur Fortsetzung der Theaterarbeit.

(Text: Vol)